Wandel im Web

Wandel im Web
20 Jahre Internet, 20 Jahre zdf.de

Als das ZDF 1996 sein Internet-Angebot startete, füllte ein Monitor den ganzen Schreibtisch, die Seite im Netz war statisch und der Klang eines Modems jedermann vertraut. Was hat sich seitdem geändert, wie haben sich das Internet und das Angebot auf ZDF.de entwickelt? Machen Sie mit uns eine Zeitreise!

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Tu Gutes und poste es

Mit dem Internet ist es wieder ganz einfach geworden, sich besser zu fühlen: Ein Klick auf die Online-Petition, schon ist die gute Tat des Tages vollbracht. Auf Seiten wie change.org ist für jeden Geschmack etwas dabei: "CETA und TTIP stoppen", "Kudamm-Bühnen retten", "Die Anstalt in die Primetime des ZDF". Die 68er mussten für so etwas noch auf die Straße gehen ...

Auch das Solidaritäts-Bekenntnis geht jetzt ganz fix: Mal schnell die blau-weiß-rote Flagge übers Profilbild gezogen und schon weiß die Welt: "Je suis Paris." Und damit das nicht zu viel Arbeit macht, stellt Facebook dafür ein Tool zur Verfügung.

Verkehrt sind die diversen Aktionen im Netz nicht: Über privates Crowdfunding wird so manche lebenswichtige OP finanziert. Und nach der "Ice Bucket Challenge" 2014, die auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam macht, kann die Berliner Charité in der ALS-Ambulanz eine neue Stelle besetzen, die ALS Association in den USA nimmt 92 Millionen Euro Spendengelder ein. Doch gerade viele Betroffene stehen der gut gemeinten Aktion auch mit einer gewissen Distanz gegenüber: Was nutzt das Gutsein im Netz, wenn sich persönlich niemand mehr kümmert?

"So nützlich Digitalität in einigen Bereichen sein mag, so sehr erzeugt sie Nebenwirkungen im Sozialen", sagt Zukunftsforscher Matthias Horx. Und die im Mai 2016 an ALS gestorbene Nina Zacher schreibt in einem Abschiedsbrief auf Facebook: "Im Smartphone Zeitalter ist scheinbar alles was persönlicher ist als eine elektronische Nachricht offensichtlich … noch zu viel erwartet."