Wandel im Web

Wandel im Web
20 Jahre Internet, 20 Jahre zdf.de

Als das ZDF 1996 sein Internet-Angebot startete, füllte ein Monitor den ganzen Schreibtisch, die Seite im Netz war statisch und der Klang eines Modems jedermann vertraut. Was hat sich seitdem geändert, wie haben sich das Internet und das Angebot auf ZDF.de entwickelt? Machen Sie mit uns eine Zeitreise!

lädt ...

Kriminell oder ehrlich?

Edward Snowden gehört zu den Köpfen des Jahres 2013 - seine Enthüllungen über Geheimdienst-Machenschaften in den USA und Großbritannien gehen um die Welt. Mit dem ersten Bericht zur Überwachung von Handy-Verbindungen bricht der NSA-Skandal im Juni aus. Die Dokumente, die der Ex-NSA-Mitarbeiter Journalisten übergibt, enthüllen unter anderem, dass der US-Geheimdienst flächendeckend Daten im Netz aufsaugt und dass auch das Telefon von Kanzlerin Angela Merkel abgehört wird.

Immer neue Details über Spionageaktivitäten von Geheimdiensten im Internet kommen ans Licht. Zentrale Erkenntnisse: Über das Internetspähprogramm Prism hat die NSA Zugriff auf Nutzerdaten großer US-Internetfirmen, darunter Google, Yahoo, Microsoft und Facebook. Um an noch mehr Daten zu kommen, arbeiten die USA mit Großbritannien zusammen. Unter dem Codenamen Tempora soll die britische Regierungsbehörde GCHQ mehr als 200 Glasfaserkabel anzapfen, über die Daten um die Welt rasen. Rund fünf Milliarden Datensätze mit Ortsangaben soll die NSA täglich speichern.

Klar wird auch: Die NSA überwacht ausländische Staatschefs: Nicht nur Angela Merkels Handy ist offenbar im Visier der NSA, rund 35 Spitzenpolitiker sollen betroffen sein. "Ausspähen unter Freunden - das geht gar nicht", stellt Angela Merkel klar. Die Amerikaner beeindruckt das allerdings wenig - und wie sich in der Folge herausstellt, hat auch Deutschland heimlich "unter Freunden" abgehört, so etwa die Türkei oder auch das Handy von Hillary Clinton.

Edward Snowden wird von den USA mit Haftbefehl gesucht und lebt seit den Enthüllungen im russischen Exil. 2014 wird er für den Friedensnobelpreis nominiert. Die meisten deutschen Internet-Nutzer ändern auch nach den NSA-Enthüllungen nichts an ihrem Verhalten im Netz. Nur rund jeder Fünfte will nach dem Skandal künftig Online-Dienste weniger nutzen oder setzt zusätzliche Vorkehrungen wie Verschlüsselung ein.