Wandel im Web

Wandel im Web
20 Jahre Internet, 20 Jahre zdf.de

Als das ZDF 1996 sein Internet-Angebot startete, füllte ein Monitor den ganzen Schreibtisch, die Seite im Netz war statisch und der Klang eines Modems jedermann vertraut. Was hat sich seitdem geändert, wie haben sich das Internet und das Angebot auf ZDF.de entwickelt? Machen Sie mit uns eine Zeitreise!

lädt ...

Das Internet vergisst ... nur selten

Die Idee klingt erst einmal gut: Ins Internet gestellte Daten, etwa die Fotos von der letzten Party, sollen nach ein paar Wochen automatisch wieder verschwinden. Dafür soll ein Zusatzprogramm für den Internet-Browser Firefox sorgen, das 2011 vorgestellt wird. Es hat den sprechenden Namen X-pire - das englische Verb „to expire“ bedeutet „erlöschen“.

Mit X-pire wählt man die Daten aus, die ein Verfallsdatum bekommen sollen. Nach dessen Ablauf sind diese Daten nicht mehr sichtbar. Der Haken: Solange die Daten sichtbar sind, können sie kopiert und ohne Verfallsdatum weiterverbreitet werden. So gilt weiter: „Das Internet vergisst nichts.“ Und es gibt auch noch kein juristisches Recht auf Vergessenwerden im Netz, sondern nur Regelungen, unter welchen Umständen Daten gelöscht werden müssen.

Aber es tut sich was: So entscheidet der europäische Gerichtshof 2014, dass Links und Verweise in Suchmaschinen auf Antrag entfernt werden müssen, wenn Infos über eine Person veraltet sind oder kein öffentliches Interesse an ihnen besteht. Anlass ist die Klage eines Spaniers, der bei Eingabe seines Namens bei Google auf alte Artikel stieß, die über die Versteigerung seines Hauses berichteten. Bislang müssen aber nur die Links entfernt und nicht die Inhalte gelöscht werden. Und Google entscheidet am Ende, was verschwindet – im Schnitt werden 42 Prozent der beantragten Links entfernt.

2016 beschließt die EU eine Datenschutzreform, die das Recht auf Vergessenwerden gesetzlich verankern soll. Für einige Nutzer, die im Suff Fotos auf Facebook stellten und bei der nächsten Bewerbung scheiterten, kommt das zu spät. Anderen, wie Justine Sacco, hätte auch die Reform nicht geholfen: „Ich fliege nach Afrika. Hoffe, ich bekomme kein Aids. Nur Spaß. Ich bin weiß!“, twittert die PR-Frau. Als sie nur wenige Stunden später in Südafrika aussteigt, ist sie weltbekannt – und arbeitslos.