Wandel im Web

Wandel im Web
20 Jahre Internet, 20 Jahre zdf.de

Als das ZDF 1996 sein Internet-Angebot startete, füllte ein Monitor den ganzen Schreibtisch, die Seite im Netz war statisch und der Klang eines Modems jedermann vertraut. Was hat sich seitdem geändert, wie haben sich das Internet und das Angebot auf ZDF.de entwickelt? Machen Sie mit uns eine Zeitreise!

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Peinliche Enthüllungen

Diplomatisch geht anders: Angela Merkel wird in den 2010 von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten aus US-Botschaften „Teflon-Kanzlerin“ genannt, der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi als „eitel und unfähig“ bezeichnet und der afghanische Präsident Hamid Karsai als „schwache Persönlichkeit“ dargestellt, die von „Paranoia“ getrieben sei.

Sehr peinlich für die US-Regierung, die mit entsprechender Härte reagiert. Außenministerin Clinton nennt die Veröffentlichung „nicht nur ein Angriff auf die US-Außenpolitik, sondern auch ein Angriff auf die internationale Gemeinschaft“, der Personen konkret in Gefahr brächte. Der Druck der US-Regierung ist so groß, dass Amazon das Hosting der Dokumente einstellt, PayPal das Wikileaks-Spendenkonto sperrt und der Internet-Dienstleister EveryDNS.net die Domain wikileaks.org abschaltet.

Das wiederum bringt Wikileaks viel Solidarität: Unterstützer sorgen nach dem Abschalten der Wikileaks-Seite dafür, dass die Dokumente unter einer neuen Internetadresse erreichbar bleiben. Deutsche Medien und Journalistenverbände fordern ein Ende der Kriminalisierung der Organisation. „Das Schlachtfeld ist WikiLeaks. Ihr seid die Truppen“, twittert der ehemalige Songschreiber der Rockband Grateful Dead dazu.

2013 wird US-Soldat Bradley Manning wegen der Weitergabe vertraulicher Dokumente an Wikileaks zu 35 Jahren Haft verurteilt, Wikileaks-Sprecher Julian Assange sucht seit 2012 Schutz in der Botschaft Ecuadors in London. Die außenpolitischen Folgen der Veröffentlichung halten sich rückblickend in Grenzen und auf dem diplomatischen Parkett wird wieder fleißig gelächelt.