Wandel im Web

Wandel im Web
20 Jahre Internet, 20 Jahre zdf.de

Als das ZDF 1996 sein Internet-Angebot startete, füllte ein Monitor den ganzen Schreibtisch, die Seite im Netz war statisch und der Klang eines Modems jedermann vertraut. Was hat sich seitdem geändert, wie haben sich das Internet und das Angebot auf ZDF.de entwickelt? Machen Sie mit uns eine Zeitreise!

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Herausforderung für den Handel

Das Internet hat unsere Geschäftswelt verändert. Vor allem Bücher werden online bestellt – nur noch 35,5 Prozent der Kunden holen sich nach einer Umfrage von statista.de im Jahr 2015 ihre Bücher lieber im Buchladen als im Netz. Auch Unterhaltungselektronik und Gutscheine verkaufen sich hier gut. Dagegen bestellen 72,2 Prozent der Befragten ihre Möbel lieber im Möbelgeschäft als im Netz und für den Einkauf von Lebensmitteln gehen 93,4 Prozent zum Händler an der Straße.

Tot ist der Einzelhandel also nicht, doch die Konkurrenz aus dem Netz wird weiter wachsen: 2015 liegt der Umsatz im interaktiven Handel in Deutschland laut statista bei 52,4 Milliarden Euro, das ist ein Anteil am gesamten Einzelhandel von 11,7 Prozent. 2011 liegt dieser Anteil noch bei 8,2 Prozent.

Online-Shoppen ist bequem, ermöglicht einfach Preise zu vergleichen, und die Riesenauswahl lässt selbst Kaufhäuser blass aussehen. Sogar umweltfreundlich soll das Kaufen im Netz sein: Einer Studie des Deutschen CleanTech-Instituts zufolge wird beim Online-Shoppen weniger CO2 produziert, als wenn ein Käufer dasselbe Produkt im stationären Einzelhandel erwerben würde. Denn: Für das Einkaufen in der Stadt nutzen die Konsumenten meist das Auto. Und das produziert mehr Abgase als der gebündelte Transport der Bestellungen durch Paketdienste, selbst wenn man Retouren miteinrechnet.

Doch das Ganze hat natürlich auch Schattenseiten: Vor allem kleinere Geschäfte leiden unter dem Druck durch den Online-Handel. Bis zu 50.000 Innenstadt-Läden drohe das Aus, warnt im Dezember 2015 der Handelsverband Deutschland. Was kann dagegen getan werden? Experten empfehlen, die bisherigen Stärken vor Ort, wie Service und Beratung, mit der Präsentation von Artikeln im Internet zu verknüpfen. Ob das gerade für die kleineren Läden in kleineren Städten reicht, ist aber fraglich. Dort hat man schon angefangen nachzudenken, wie man leer stehenden Ladenraum in Zukunft nutzen kann.