Wandel im Web

Wandel im Web
20 Jahre Internet, 20 Jahre zdf.de

Als das ZDF 1996 sein Internet-Angebot startete, füllte ein Monitor den ganzen Schreibtisch, die Seite im Netz war statisch und der Klang eines Modems jedermann vertraut. Was hat sich seitdem geändert, wie haben sich das Internet und das Angebot auf ZDF.de entwickelt? Machen Sie mit uns eine Zeitreise!

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Stütze und Stressfaktor

Für viele Firmen ist das Internet Ende der 1990er Jahre wie eine Wundertüte: Man sieht neue Vertriebswege und Absatzmärkte und glaubt fest daran, dass das Arbeiten schneller und effektiver wird.

Schneller ist es geworden, effektiver nicht immer: E-Mail habe sich "zum schlimmsten Stressfaktor im Berufsleben" entwickelt, ergibt schon eine Untersuchung unter australischen Angestellten im Jahr 2000. Die Arbeitgeber müssen derweil feststellen, dass das Netz nicht nur zum Arbeiten genutzt wird: Privates Internetsurfen kostet deutsche Unternehmen im Jahr 2000 nach einer Studie des Düsseldorfer Softwarehauses Sterling Commerce 104 Milliarden Mark.

Trotz solcher Nachteile hat die Digitalisierung die Arbeitswelt mittlerweile voll erfasst. Die Arbeit an Tablet, Notebook oder Smartphone macht viele Beschäftigte im Büro, unterwegs oder im Home-Office zu Dauergästen im Internet. Auch in der Produktentwicklung und bei vielen Produktionsprozessen geht nichts mehr ohne Software und Vernetzung. Der Wandel birgt Chancen und Risiken. Während die Einen von neuen Geschäftsideen für Firmen und einer freieren Zeiteinteilung für die Mitarbeiter schwärmen, warnen Andere vor einem Rationalisierungsschub und fordern Spielregeln für die neue Arbeitswelt.

Vor allem die ständige Erreichbarkeit durch E-Mails und Mobiltelefonie bietet Stoff für Diskussionen. Viele Konzerne würden dem Zeitgeist folgen, Mitarbeiter mit Tablets und Smartphones ausstatten, ihnen völlige Flexibilität ermöglichen - und damit die Abhängigkeit und Burnout-Gefahr verstärken, so Alexander Markowetz von der Uni Bonn, der 2015 das Smartphone-Nutzungsverhalten von 300.000 Usern analysierte. Zwar gebe es Firmen, die abends die Server abstellen, um so die berufliche Smartphone-Nutzung zu unterbinden. Das führe aber am eigentlichen Problem vorbei, so der Forscher: "Entscheidend sind die Unterbrechungen im Arbeitsalltag und weniger die abendliche E-Mail."