Wandel im Web

Wandel im Web
20 Jahre Internet, 20 Jahre zdf.de

Als das ZDF 1996 sein Internet-Angebot startete, füllte ein Monitor den ganzen Schreibtisch, die Seite im Netz war statisch und der Klang eines Modems jedermann vertraut. Was hat sich seitdem geändert, wie haben sich das Internet und das Angebot auf ZDF.de entwickelt? Machen Sie mit uns eine Zeitreise!

lädt ...

Gefangen im Netz

"Das Internet und andere elektronische Medien revolutionieren die deutsche Gesellschaft." Zu diesem Schluss kommt Freizeitforscher Horst W. Opaschowski 1999 in seiner Studie "Generation@". "Die Generation@ surft in 90 Sekunden um die Welt, telefoniert in allen Lebenslagen, zappt wie im Fernsehen durch das Leben, steht ständig unter Strom", stellt Opaschowski fest. "Aus Angst etwas zu verpassen, machen sie sich selbst zu gehetzten Akteuren."

Und alle hetzen mit: 1997 sind noch 6,5 Prozent im Internet unterwegs, 2015 sind es laut ARD-ZDF-Onlinestudie bereits 79,5 Prozent. Im Schnitt verbringt heute jeder täglich 125 Minuten im Netz. Dabei gilt: Je jünger die Nutzer, desto länger sind sie online. Und das zunehmend überall: 23 Prozent nutzten 2015 auch unterwegs das Internet, 2011 sind es gerade mal acht Prozent.

Dass alle ständig online sind, eröffnet neue Möglichkeiten: Dates können schnell abgesagt werden; Eltern orten mit speziellen Apps ihre Kinder; Routenplaner machen ein Verlaufen fast unmöglich. Doch die ständige Erreichbarkeit hat ihren Preis: Verabredungen verlieren ihre Verbindlichkeit, Kinder haben kaum noch Raum für Alltagsabenteuer und wenn der Akku leer ist, setzt die große Hilflosigkeit ein. So ist das Verhältnis zum omnipräsenten Netz seltsam ambivalent: Ohne fühlen sich viele Nutzer fast abgeschnitten von der Welt, gleichzeitig nervt das ständige "on"-Sein: So gab in der Studie "Always on" der Uni Duisburg-Essen aus dem Jahr 2015 jeder vierte der befragten acht- bis 14-Jährigen an, er fühle sich durch die ständige Kommunikation im Netz gestresst. Die Uni Bonn kommt nach einer Studie zur Handynutzung zu dem Schluss: "Smartphones machen abhängig, unproduktiv und unglücklich." Problematisch seien vor allem die dauernden Unterbrechungen durch das Handy. Sie verhinderten jede Erfahrung von Flow – also dem Versinken in eine Tätigkeit – und das verringere das Glücksempfinden.