Wandel im Web

Wandel im Web
20 Jahre Internet, 20 Jahre zdf.de

Als das ZDF 1996 sein Internet-Angebot startete, füllte ein Monitor den ganzen Schreibtisch, die Seite im Netz war statisch und der Klang eines Modems jedermann vertraut. Was hat sich seitdem geändert, wie haben sich das Internet und das Angebot auf ZDF.de entwickelt? Machen Sie mit uns eine Zeitreise!

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Virtueller Hass - reale Folgen

Ende der 1990er Jahre gibt es in Deutschland die ersten prominenten Cyber-Mobbing-Opfer. Darunter etwa B.Z.-Chefredakteur Franz Josef Wagner. Er wird auf einer Seite mit dem Titel "World Wide Wagner" anonym beschimpft, der Springer Verlag kündigt rechtliche Schritte an. In den folgenden Jahren müssen sich die Gerichte immer wieder mit dem Thema Cyber-Mobbing beschäftigen: 2001 verurteilt das Amtsgericht Braunschweig einen 18-Jährigen zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit – er hatte Lehrer im Netz als "Fachidioten" und "Arschlöcher" betitelt, einen Religionslehrer als "muslimischen Perserteppich" beschimpft.

Schnell nimmt die Zahl der Mobbing-Fälle im Netz zu: 2014 ist nach einer Umfrage des Hightech-Verbands Bitkom schon jeder siebte Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren im Internet gemobbt worden. Mädchen sind mit einem Anteil von 15 Prozent etwas häufiger betroffen als Jungen mit 13 Prozent. Eine Studie des "Bündnis gegen Cybermobbing" aus dem Jahr 2013 sagt sogar, dass 63 Prozent der befragten Mädchen und 51 Prozent der Jungen von Beleidigungen berichten, 47 Prozent der Kinder klagen demnach über Verleumdungen und Lügen.

Durch das Netz gehen nicht nur solche Statistiken, sondern auch die Geschichten der Opfer - wie die der Kanadierin Rehtaeh Parsons, die mit 15 vergewaltigt wird und sich zwei Jahre später erhängt, nachdem ein Täter ein Foto der Tat ins Netz gestellt hatte. Oder die von Amanda Todd, die ihre Geschichte als Mobbing-Opfer vor ihrem Selbstmord in einem Video auf YouTube erzählt.